Die Bedeutung von Mycophenolat Mofetil (MMF, CellCept ® ) in der Lebertransplantation


Über die letzten Jahre hat sich das Spektrum der Medikamente, die zur immunsuppressiven Therapie nach Lebertransplantation zur Verfügung stehen, kontinuierlich erweitert. Das Hauptziel bei der Anwendung neuer Substanzen ist dabei weniger eine Verstärkung der Immunsuppression - diese ist im allgemeinen ausreichend. Vielmehr geht es um eine Verminderung von Nebenwirkungen, die vor allem im Langzeitverlauf nach der Transplantation erheblich an Bedeutung gewinnen.
Bei den derzeit zur Basisbehandlung zumeist eingesetzten Immunsuppressiva Ciclosporin (Neoral ® ) und Tacrolimus (Prograf ® ) stehen vor allem Nierenfunktionsstörungen, Bluthochdruck, erhöhte Harnsäurewerte, Fettstoffwechselstörungen sowie Diabetes mellitus im Vordergrund. CellCept ® ist ein Medikament, das bereits vor einigen Jahren für die Nierentransplantation zugelassen wurde und seit kurzem auch für die Lebertransplantation zur Verfügung steht. Der Wirkstoff von CellCept ® , Mycophenolat Mofetil (oder kurz MMF genannt), hemmt die Teilung von weißen Blutkörperchen und dabei vor allem von den sogenannten T- und B- Lymphozyten, die bei der Abstoßung eine zentrale Rolle spielen. Im Wirkmechanismus ist MMF damit dem alten Azathioprin (Imurek ® ) sehr ähnlich, die immunsuppressive Wirksamkeit ist jedoch deutlich besser.