Familiäre Amyloid Polyneuropathie

Ausblick
Die zunehmenden Kenntnisse über die genetischen Ursachen der Hereditären Amyloidose werden zur Identifikation weiterer betroffener Familien als auch evtl. weiterer Kandidatengene führen. Im Vordergrund steht die frühzeitige Identifikation eines Genträgers, so dass im Stadium der beginnenden klinischen Symptome eine Lebertransplantation erwogen werden muß. Betroffene Patienten werden auch heute noch meist zu spät Transplantationszentren zugewiesen. Die histochemische Diagnostik und die Charakterisierung der Mutationen auf molekularer Ebene sind etabliert. Bereits sehr unspezifische Symptome sollten bei einer vorliegenden positiven Familienanamnese sofort zu einer weiteren Diagnostik veranlassen. Alternative Therapien zur Transplantation bestehen zur Zeit nicht. Das bessere Verständnis des Einflusses des genetischen Defektes sowie weiterer Faktoren auf die Krankheitsausprägung ist wichtig zur Entwicklung neuer Strategien, das Fortschreiten der Amyloidose zu verzögern. Zur verbesserten Verlaufsbeurteilung ist zusätzlich die Einführung eines nicht- invasiven Verfahrens zum spezifischen Nachweis von Amyloidablagerungen erforderlich. Die Entwicklung neuer gentechnischer Methoden lassen in Zukunft den Einsatz gentherapeutischer Verfahren erhoffen. Die Möglichkeit, veränderte Proteine spezifisch durch Enzyme zu spalten und so unschädlich zu machen, wird zur Zeit bereits erprobt. Die spezifische Spaltung einer bestimmten TTR- Mutante konnte in unserer eigenen Arbeitsgruppe bereits in vitro mittels Ribozyme durchgeführt werden.
PD Dr. Hartmut Schmidt
Berlin