Immunsuppression nach Lebertransplantation


Neue und bekannte Aspekte
Die Immunsuppression ist ein notwendiger Bestandteil jeder Organtransplantation. Ohne immunsuppressive Behandlung sind Transplantationen derzeit praktisch unmöglich. Die Einführung neuer und effizienter Immunsuppressiva in den vergangenen Jahren hat wesentlich zur weiteren Verbesserung der Langzeitergebnisse nach Transplantation vaskularisierter Organe wie z.B. Herz, Leber, Niere und Bauchspeicheldrüse beigetragen.
Nach einer Lebertransplantation werden heute im wesentlichen Cyclosporin A (Sandimmun®, Neoral®), Tacrolimus (FK 506, Prograf®), Kortikosteroide (Cortison), Azathioprin (Imurek ®) und Mycophenolat Mofetil MMF (CellCept®) sowie Interleukin 2 (IL- 2)- Rezeptor- Antikörper (Daclizumab®, Zenapax ®; Basiliximab®, Simulect®) eingesetzt.
Initial verwenden manche Transplantationszentren zusätzlich intravenöse anti- T- Lymphozyten Globuline (ATG) über einige Tage. Entsprechende Standardkombinationen aus Cyclosporin A oder der analogen Substanz Tacrolimus, Glucocortikoiden und zumeist als dritter Substanz dem Azathioprin oder auch MMF zu Beginn nach Transplantation werden heute weltweit akzeptiert. Damit sollen die akute und auch die chronische Abstoßungsreaktion nach Lebertransplantation verhindert werden. Für die Langzeitimmunsuppression kommen grundsätzlich die zwei Hauptimmunsuppressiva Cyclosporin A und das Tacrolimus in Frage.