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MARS - Neues Leberdialyseverfahren bei akutem und chronischem Leberversagen

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Das Problem: Patienten mit akutem wie chronischem Leberversagen leiden unter zahlreichen Auswirkungen, die durch die zunehmende Vergiftung des Körpers entstehen.

Das MARS- Verfahren in der Anwendung Ein Leberversagen auf der Basis eines Leberzellschadens mit zunehmender Gelbsucht, das sich auch durch eine ausgedehnte medikamentöse Therapie nicht mehr stabilisieren läßt, kann sich durch die zunehmende "innere" Vergiftung mit Ikterus und schweren Gerinnungsstörungen zu einem lebensbedrohlichen Krankheitsbild bis zum Leberkoma entwickeln.

Sowohl im akuten Leberversagen als auch bei akuten Entgleisungen chronischer Lebererkrankungen (in Fachkeisen auch "acute on chronic liver failure" genannt) ist dieser Verlauf die Folge des Verlustes komplexer Leberfunktionen wie Synthese also auch Entgiftung. Hinsichtlich der Entgiftung wurden bereits zahlreiche Substanzgruppen "verdächtigt", als Gifte bei lebensbedrohlichem Leberversagen im Blut vermehrt aufzutreten und schwere Krankheitsbilder (Koma, Nierenversagen, Multiorganversagen) zu verursachen. Beispielhaft kann man hier Ammoniak, Gallensäuren, Bilirubin, Indole, Phenole und Mercaptane nennen. Auch endogene Benzodiazepine und aromatische Aminosäuren spielen in diesem komplexen Entgiftungssystem eine wichtige Rolle. Da sich diese Substanzen dann ständig im Blut und Gewebe anreichern, führt dies zu weiteren Komplikationen wie dem sekundären Nierenversagen im Rahmen eines hepatorenalen Syndroms.

Speziell für die Ausbildung des Coma hepaticum werden heute verschiedene Theorien diskutiert. Besonders interessant scheint die zytotoxische Wirkung der verschiedenen Metabolite in höheren Konzentrationen zu sein. Dieser Mechanismus schädigt dann über das Blutsystem alle perfundierten Organe, vom Gehirn über Lungen bis zum Darm. Kompliziert blieb bisher, das neben einigen wichtigen wasserlöslichen Substraten, wie dem Ammoniak, die überwiegende Anzahl der Toxine des Leberversagens im Blut an Einweiß, und hier insbesondere dem Albumin, als universellem Transporteiweiß, gebunden sind. Da jedoch die Kapazität der Albuminbindungsstellen limitiert ist und der Albuminspiegel im Blut des betroffenen Patienten mangels Synthese auch besonders erniedrigt ist, kommt es zu einer nominellen Überlastung dieser Bindungsstellen bei sehr hohen BIutkonzentrationen dieser Toxine, was wiederum zu einer Erhöhung des freien und damit direkt toxisch wirkenden Anteils führt.

Weiterhin übt das Albuminmolekül auch wichtige Funktionen im Stoffwechsel aus, z.B. als Bindungsakzeptor für Intermediär-Metabolite des Prostaglandin-, des Cholesterin- oder des Gallensäuren-Stoffwechsels. Auch diese Funktionen werden durch die Überlastung des Proteins mit lipophilen toxischen Liganden im Leberversagen gestört.

Ansatz:
Bisher war es nicht möglich, die anfallenden Giftstoffe ausreichend dem Körper zu entziehen. Insbesondere hohe Bilirubinspiegel als auch Ammoniakwerte führen zu sichtbaren Einschränkungen des Bewusstseins bis zur Beatmungspflichtigkeit. Jetzt darf man hoffen, mit sogenannten Leber-unterstützungssystemen dieses Problem angehen zu können.

Verschiedene Ansätze haben neben der Plasmapherese zu zellfreien wie zellgestützten Systemen geführt. Das zellfreie MARS®-Verfahren basiert auf einer speziellen Membran mit einem zwischengeschalteten Albuminkreislauf.

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