Osteoporose nach Lebertransplantation


Wovon wieviel für unsere Calcium- Versorgung?

Medikamente, die den Knochenabbau hemmen sind bei der Osteoporose nach Transplantation vermutlich besonders erfolgversprechend, da es unter der Therapie mit Ciclosporin zumindest zeitweilig zu einem gesteigerten Knochenabbau kommt. Als Therapiemöglichkeit zur Hemmung des gesteigerten Knochenabbaus kommt eine Behandlung mit Calcitonin (entspricht einem körpereigenen Hormon, das die knochenabbauenden Zellen hemmt) oder eine Behandlung mit Bisphosphonaten in Frage.
Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die Steigerung des Knochenaufbaus. Hierzu steht bisher für den klinischen Gebrauch lediglich eine einzige Medikamentengruppe, die Fluoride, zur Verfügung. In einer klinischen Studie wurden bei Patienten nach Herztransplantation Fluoride (Natrium- Monofluorophosphat) in Kombination mit Calcium und Vitamin D eingesetzt. Dabei fand sich nach 2 Jahren eine deutliche Zunahme der Knochenmasse, im Hinblick auf das Risiko für Knochenbrüche war diese Untersuchung jedoch nicht eindeutig aussagekräftig.
Zusammenfassend lässt sich im Hinblick auf die Transplantationsosteoporose derzeit schließen, dass die Auswahl der medikamentösen Therapie unbedingt die individuell verschiedenen Risikofaktoren des einzelnen Patienten bereits vor der Transplantation berücksichtigen sollte. Weiterhin ist selbstverständlich der Verlauf nach Transplantation, d.h. evtl. auftretende Komplikationen wie wiederholte Abstoßungsreaktion oder lang andauernde Immobilität mit entscheidend für den Umfang und Auswahl der medikamentösen Therapie. In Zukunft sind dringend weitere klinische Studien notwendig, um die optimale Therapieform/Dosierung herauszufinden. Dies gilt insbesondere für eine vorbeugende Behandlung mit dem Ziel, das Auftreten von Knochenbrüchen nach Transplantation zu verhindern. Solche klinischen Studien, die die bisherigen Erkenntnisse zur Behandlung der Osteoporose nach Transplantation als Grundlage nehmen, stellen in Aussicht, dass langfristig das Auftreten und die Folgen einer schweren Osteoporose bei transplantierten Patienten verringert werden können.
Anschrift der Verfasser:
Dr. med. Gudrun Leidig- Bruckner, Prof. Dr. med. Reinhard Ziegler
Medizinische Universitätsklinik
Abteilung Innere Medizin I
Endokrinologie und Stoffwechsel
Luisenstr. 5
69115 Heidelberg
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