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Organspende

Was ich schon immer über Organspende wissen wollte!

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Antworten auf häufig gestellte Fragen

Warum spricht man so ungern über Organspende?

Organspende ist in Deutschland leider immer noch ein Tabuthema. Wer sich mit dem Thema auseinandersetzt, beschäftigt sich mit dem möglichen eigenen Tod - und wer macht das schon gerne? Fast jeder versucht diesen Gedanken zu verdrängen. Doch der Tod gehört zu unserem Leben wie die Geburt. Ebenso kann es vorkommen, dass man selbst oder ein Familienmitglied durch Krankheit oder Unfall ein neues Organ zum Weiterleben benötigt. Das Thema Organspende geht uns alle an. Aber nur wer sich mit Organspende beschäftigt und informiert, kann eine Entscheidung treffen. Diese Entscheidung kann jederzeit widerrufen werden!

Was bedeutet eigentlich Organspende?

Eine Organspende ist oft die letzte Möglichkeit todkranken Patienten zu helfen. Dabei wird das Organ, z.B. Herz, Leber oder Lunge eines verstorbenen Menschen, in den Körper eines Schwerkranken übertragen. Für Herz-, Leber- und Lungenwartepatienten bedeutet die Transplantation eine gute Chance auf längerfristiges Überleben, für Nierendialysepatienten ein Ende der sehr belastenden Zeit mit der Dialyse. (Verbesserung von Lebensqualität, Gesundheitszustand und Lebenserwartung).

Wie kann ich mich für eine Organspende nach dem Tode entscheiden? Was muss ich tun?

Informieren Sie sich über das Thema, treffen Sie Ihre Entscheidung, füllen Sie Ihren Organspendeausweis aus, verwahren Sie ihn bei Ihren Personalpapieren und sprechen Sie mit Ihren Angehörigen über Ihre Entscheidung. Es ist im Ernstfall sehr wichtig, dass die Angehörigen über Ihre Entscheidung Bescheid wissen, weil die Ärzte vor einer eventuellen Organentnahme immer auch das Gespräch mit den Angehörigen suchen.

Welche Organe kann ich spenden?

Im Normalfall werden, wenn die Organe geeignet sind und nichts anderes von Seiten des Spenders /der Angehörigen gewünscht wird, Herz, Leber und Nieren entnommen. Weniger häufig werden Lunge und Bauchspeicheldrüse, sehr selten Dünndarm explantiert. Auch Gewebe können gespendet werden: z.B. Haut, Hornhaut, Teile der Blutgefäße, des Knochens, der Sehnen.

Muss ich mich untersuchen lassen, um Organspender zu werden?

Zum Ausfüllen des Ausweises müssen Sie sich nicht ärztlich untersuchen lassen. Entscheidend ist der Zustand der Organe zum Zeitpunkt des Todes. Dann werden der Spender und seine Organe gründlich untersucht.

Kann ich selbst bestimmen welche Organe ich spenden möchte und welche nicht?

Sie können auf dem Ausweis genau festlegen welche Organe Sie spenden und welche Sie ausschließen möchten.

Ich bin Diabetiker, darf ich trotzdem spenden?

Bei akuten bösartigen Krebserkrankungen und bestimmten Infektionen darf man nicht spenden. Einige Krankheiten wie Diabetes können die Spendefähigkeit möglicherweise einschränken. Das entscheiden aber die Ärzte nach Feststellung des Hirntodes. Viele Menschen, die kein Blut spenden dürfen, können aber Organe spenden. Jeder, auch der Diabetiker, sollte seinen Organspendeausweis mit sich führen.

Ich bin schon über 60 Jahre, kann man meine Organe überhaupt noch gebrauchen?

Eine Altersgrenze gibt es nicht. Wichtig ist das biologische, nicht das kalendarische Alter. Das heißt: der Zustand der Organe ist entscheidend. Es werden derzeit z.B. Lebern über 80-jähriger Spender mit gutem Erfolg an geeignete Patienten vermittelt. Auch gibt es ein spezielles Eurotransplant-Senior-Programm („old for old"). Hier werden speziell ältere Spendernieren an ältere Patienten vermittelt.

Ab welchem Alter kann ich spenden?

Eine Spende ist in jedem Lebensjahr möglich. Bei Kindern bis zum 14. bzw. 16. Lebensjahr entscheiden die Eltern. Ab dem 14. Lebensjahr können Minderjährige einer Organspende, ohne Einwilligung des Erziehungsberechtigten, widersprechen. Ab dem vollendeten 16. Lebensjahr können Jugendliche selbst rechtlich wirksam einer Organspende zustimmen oder ablehnen.

Bekommt man für Organspende Geld?

Die Entscheidung für Organspende ist freiwillig. Es ist ein Zeichen der Nächstenliebe. Geld darf bei einer Organspende keine Rolle spielen. Das ist im Transplantationsgesetz (TPG) von 1997 geregelt. Zuwiderhandlungen sind strafbewehrt. Die Kosten, die bei einer Organspende, der Vermittlung und der Transplantation entstehen, übernimmt die Krankenkasse des Empfängers.

Bin ich auch wirklich tot, wenn meine Organe entnommen werden?

Organe dürfen in Deutschland nur bei Patienten entnommen werden, deren Hirntod zweifelsfrei festgestellt wurde. Der Hirntod bedeutet, dass das gesamte Gehirn (Großhirn und Stammhirn) irreversibel (unumkehrbar) zerstört ist.

Das Fehlen des Herzschlages ist kein sicheres Todeszeichen, denn durch Reanimation kann der Mensch u.U. wiederbelebt werden. Ein Mensch ohne jegliche Gehirnfunktion kann jedoch nie wieder in dieses Leben zurückkehren und empfindet auch keine Schmerzen mehr. Der Hirntod ist ein sicheres Todeszeichen. Äußerlich ist der Zustand des Gehirns nicht zu beurteilen. Der Ausfall des gesamten Gehirns muss durch spezielle, sehr zuverlässige Untersuchungen festgestellt werden. Diese Hirntoddiagnostik muss im Falle einer Organspende von zwei in der Intensivmedizin erfahrenen Ärzten unabhängig voneinander nach einem genauen Protokoll durchgeführt werden. Beim Hirntoten wird die Herz- und Lungenfunktion (damit der Blutkreislauf) künstlich durch intensivmedizinische Maßnahmen aufrechterhalten und so die Organe in Funktion gehalten. Mit dem Abschluss der Hirntoddiagnostik steht der Todeszeitpunkt fest. Soll keine Organentnahme erfolgen, werden die „Maschinen" direkt abgeschaltet. Im Falle der Organentnahme, werden die unterstützenden Maßnahmen kurzfristig bis zur Organentnahme weitergeführt.

Anmerkung: Bitte nicht verwechseln mit dem „Komapatienten", dessen Stammhirn noch funktioniert und dessen Großhirn mehr oder weniger geschädigt ist. Dieser Patient liegt zwar auch im Koma (tiefe Bewusstlosigkeit), ist aber nicht tot, sondern hat u. U. die Chance wieder aufzuwachen und ohne maschinelle Unterstützung weiterzuleben.

Was geschieht mit meinem Angehörigen, wenn man die Organe entnommen hat?

Nach der Entnahme werden die Spender so versorgt, wie Patienten nach einer normalen Operation und in würdigem Zustand zur Bestattung freigegeben. Die Angehörigen können in Ruhe von ihrem Verstorbenen Abschied nehmen.

Während der ganzen Zeit werden sie von Mitarbeitern der DSO (Deutsche Stiftung Organtransplantation) betreut. Sie werden nicht allein gelassen! Nach einer gewissen Zeit erhalten sie Nachricht von der DSO, welche Organe und mit welchem Erfolg diese verpflanzt wurden.

Kann ich jetzt schon als Lebender Organe spenden?

Bei Leber und Niere ist z.B. die Spende eines Organs bzw. Teil eines Organs (Leber) zu Lebzeiten möglich. Enge Verwandte und Menschen, die dem Empfänger in besonderer Verbundenheit nahe stehen können unter bestimmten medizinischen und weiteren Voraussetzungen zu Lebzeiten spenden. Eine Ethikkommission prüft, ob es sich wirklich um eine freiwillige und selbstlose Spende handelt.

Warum gibt es in Deutschland so wenige Organe?

Der Organmangel in Deutschland kann verschiedene Ursachen haben:

  • Zu wenige Menschen befassen sich zu Lebzeiten mit dem Thema Organspende und treffen keine Entscheidung.
  • Viele Angehörige lehnen im Akutfall eine Organspende bei ihrem verstorbenen Angehörigen ab, weil sie die Entscheidung in dieser Situation überfordert und sie sich mit dem Thema noch nie beschäftigt haben. Deshalb ist es so wichtig zu Lebzeiten in der Familie darüber zu sprechen.
  • Zu wenige Ärzte in den Krankenhäusern melden hirntot verstorbene Patienten als potenzielle Organspender, obwohl lt. Transplantationsgesetz eine Meldepflicht besteht. Ärzte und Pflegepersonal auf Intensivstationen sind häufig überlastet und der zusätzlichen Aufgabe Organspende nicht gewachsen. Eine Rolle spielen auch ungeeignete Strukturen und die unzureichende Vergütung.

Erfährt der Empfänger von wem das Organ stammt?

Alle Spenden verlaufen anonym. So sieht es auch das Transplantationsgesetz vor. Empfänger können aber – vermittelt durch die Transplantationszentren und die Deutsche Stiftung Organtransplantation - einen anonymen Dankbrief an die Angehörigen ihres Spenders senden.

Wie steht die Kirche zur Organspende?

Die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland sehen in der Organspende einen Akt der Nächstenliebe und Solidarisierung mit dem Kranken und Behinderten. (Gemeinsame Vereinbarung der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche Deutschland). Wir alle wissen, dass der Körper, in dem wir leben nicht unbeeinträchtigt und unbeschädigt bleibt, sondern dass der Körper nach dem Tod zerfällt.

Krankheit soll nicht einfach hingenommen werden ohne alles Menschenmögliche zu tun. Jesus heilte Kranke mit ihm zur Verfügung stehenden Mitteln. Es ist kein Zeichen des Unglaubens, wenn wir heute diese Möglichkeit der Transplantation und den Fortschritt der Medizin nutzen. Auch der jetzige Papst Benedikt XVI besitzt einen Organspendeausweis.

Organspende - ich bin dabei!

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Kostenlose Auskunft und Info-Material unter Infotelefon 0800 / 90 40 400 (gemeinsames Projekt der BZgA und der DSO)

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