Wer kann nach dem Tode seine Organe spenden?

Als Organspender nach dem eigenen Hirntod kommt derjenige in Frage...
- der zu Lebzeiten per Organspendeausweis zugestimmt hat
- oder dessen Angehörige in seinem Sinne zustimmen (Mutmaßlicher Wille des Verstorbenen) Das Transplantationsgesetz spricht von der: „Erweiterten Zustimmungslösung".
- dessen Organe zur Transplantation geeignet sind. Hohes Alter und Vorerkrankungen sind keine Hinderungsgründe. Die Eignung wird nach dem Tode überprüft. (s. Fragen zur Organspende)
- dessen (Hirn-)Tod zweifelsfrei, nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft von zwei Ärzten, die erfahrene Intensivmediziner oder Neurologen sein müssen, unabhängig voneinander festgestellt wurde. Diese Ärzte dürfen nicht an der Behandlung des potenziellen Spenders oder der Transplantationen beteiligt sein.
Todesfeststellung vor der Organspende
In Deutschland gibt es bezüglich der Todesfeststellung sehr strenge gesetzliche Vorgaben und Richtlinien. Nur diejenigen können Organe spenden, die auf einer Intensivstation den Hirntod erleiden.
Unter dem Hirntod versteht man den Zustand der irreversibel - also unumkehrbar - erloschenen Gesamtfunktion des Gehirns (Großhirn, Kleinhirn, Hirnstamm).
Hierzu einige Hinweise:
- Patienten, bei denen nur der Herztod festgestellt wurde, dürfen in Deutschland nicht zu Organspendern werden.
- Patienten, die zwar bewusstlos im Koma liegen, deren Gehirn aber nicht komplett zerstört ist, kommen nicht für eine Organspende in Frage.
- Patienten mit primären (z.B. Unfall, Hirnblutung, Hirnschlag) oder sekundären (z.B. durch Herzinfarkt zu lange Unterbrechung der Blutzufuhr zum Gehirn) Gehirnschäden werden in die Klinik immer mit dem Ziel der Heilung eingeliefert und behandelt. Erst wenn das nicht gelingt und erste Anzeichen auf einen Hirntod hindeuten, wird an eine Organspende gedacht und eine Hirntoddiagnostik eingeleitet.
- Mit der Hirntoddiagnostik wird der Tod sicher festgestellt. Es sind mehrere, genau festgelegte und zu dokumentierende Schritte notwendig. Mit dem Abschluss der Hirntoddiagnostik und Feststellung des Hirntodes wird der Todeszeitpunkt dokumentiert.
- Die Funktion der Organe der am Hirntod verstorbenen Patienten wird nur noch durch maschinelle Unterstützung aufrechterhalten.
- Nach dem Abschluss der Hirntoddiagnostik steht der Tod fest. Danach gibt es zwei Möglichkeiten - entweder werden die Maschinen abgeschaltet - oder diese erhalten die Funktion der Organe noch kurzfristig bis zu einer eventuellen Organentnahme.
Herz- und Atemstillstand allein sind keine untrüglichen Todeszeichen, denn der Mensch kann wieder belebt werden! Das Erlöschen der Hirnfunktionen ist ein sicheres Todeszeichen. Ohne Hirnfunktion ist kein Leben möglich. Der Mensch ist unwiederbringlich tot.